BREATHWALK
Eine Meditation für Leute, die nicht stillsitzen können

In meinem Beruf als Designerin bin ich jedes Mal nervös, wenn ich ein Printprodukt in den Druck gebe. Das ist allerdings kein Vergleich zu meiner Nervosität, die mich zur Zeit befällt, sobald ich an den Druck meiner beiden Bücher „Wellcuisine“ und „Süß&Gesund“ denke, die ich nicht nur gestaltet sondern auch geschrieben habe. Ich hatte schon zahlreiche schlaflose Nächte, weil mir plötzlich einfiel, dass man eine Information missverstehen könnte oder ich mich fragte, ob ich auf Seite x vielleicht doch einen Fehler übersehen hatte. Letzte Nacht war mal wieder so eine Nacht (die Bücher sind gerade im Druck) und ich war morgens immer noch müde und nach wie vor nervös. In solchen Momenten innerer Anspannung kann ich mich unmöglich auf meine Yogamatte setzen und in die Stille gehen, um mich zu beruhigen. Ich muss raus, meinen Körper bewegen, tief atmen. Nur so geht es mir besser. In diesen Momenten ist der Breathwalk ideal. Ich schnappte mir also meinen Hund Lilly und wir liefen los in den frühen Sommermorgen …

 

Was ist Breathwalk?

Breathwalk ist eine Yogatechnik, in der Bewegung, Atmung, Mudra (Handhaltung) und Mantra verbunden werden. Yogi Bhajan, der das Kundalini-Yoga in den Westen brachte, bezeichnete den Breathwalk als „das ultimative Fitnessprogramm für jeden im Zeitalter des Wassermanns“. Das dabei verwendete Mantra „Sa Ta Na Ma“ steht für den ewigen Kreislauf des Lebens: Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. 

 

Was bringt Breathwalk?

Laut Kundalini Research Institut werden folgende Bereiche durch den Breathwalk positiv beeinflusst: 

  • Gefühle: Die Tradition des Kundalini Yoga empfiehlt den Breathwalk bei milden Formen von Angst und Depression. Der Breathwalk stabilisiert die Gemütslage und hilft, einen positiveren Blick auf das eigene Leben zu gewinnen.
  • Gehirnaktivität: An der medizinischen Fakultät der Universität von Arizona wurde die Gehirnaktivität von Probanden per PET-Scan jeweils nach einem normalen Lauf und nach einem Breathwalk getestet. Dabei stellte sich heraus, dass einige Areale des Gehirns nach dem Breathwalk um 70 bis 80 % aktiver waren als nach dem normalen Lauf. Außerdem war die Verbindung der beiden Gehirnhälften gestärkt.
  • Visueller Fokus: Menschen, die öfters Breathwalk praktizieren, berichten von einer Verbesserung ihrer Sehfähigkeit. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass das Gehirn während des Breathwalk stärker aktiviert wird und dadurch den Sehnerv stimuliert.
  • Muskeltonus: Wissenschaftliche Tests ergaben, dass bereits nach einem einzigen Breathwalk die körperliche Flexibilität um 20 bis 50 % erhöht werden kann. Außerdem hatten 22 % der (gesunden) Probanden vor dem Breathwalk ein Ungleichgewicht zwischen den gegenüberliegenden Muskelpaaren, die das Körpergewicht beim Laufen balancieren. Dieses Ungleichgewicht korrigierte sich nach 20 Minuten Breathwalk.

 

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Wie geht Breathwalk?* 

*Breathwalk ist eine yogische Technologie für sich. Als Praktizierender durchläuft man in der Regel verschiedene vorbereitende Schritte, man kann unterschiedliche Atemtechniken anwenden etc. Hierfür braucht man allerdings einen Lehrer. Die von mir beschriebene Anleitung ist ein simpler Breathwalk, den man gut alleine ausführen kann. Für eine tiefer gehende Einführung lies das Buch „Breathwalk“ von Gurucharan Singh Khalsa und Yogi Bhajan oder suche dir im Internet einen Trainer in deiner Nähe.

 

Du gehst nach draußen und fängst an, in einem dir angenehmen Tempo zu gehen. Dann atmest du auf vier Schritte durch die Nase ein und auf vier Schritte durch die Nase aus. Mache so lange weiter, bis Atem und Schritte synchron sind.

Deine Arme schwingen locker an der Seite. Nun kommen Mantra und Mudra hinzu: parallel zu jedem Schritt rezitierst du stumm einen Teil des Mantras, während die Daumen beider Hände einen der anderen Finger berühren:

Bei „Sa“ berühren sich Daumen und Zeigefinger

Bei „Ta“ berühren sich Daumen und Mittelfinger

Bei „Na“ berühren sich Daumen und Ringfinger

Bei „Ma“ berühren sich Daumen und kleiner Finger

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Wenn du das Mantra einmal ganz gesagt hast, bist du also vier Schritte gelaufen, hast einmal eingeatmet und dein Daumen hat Zeige-, Mittel- und Ringfinger berührt. Beim nächsten Vierer-Rhythmus fängst du wieder von vorne an und atmest aus. So machst du mindestens 10 Minuten weiter. 

 

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14. August 2015

4 Kommentare zu “BREATHWALK

  1. Gunhild Ziegenhorn sagt:

    Das wird ja immer interessanter! Die Yoga-Übungen fand ich für mein steifes Kreuz etwas zu schwierig. Aber zum beschriebenen Breath-walk werde ich jetzt sofort starten, weil es mich richtig interessiert, ob ich vier Schritte auf einmal einatmen hinkriege und auch wieder auf vier Schritte aus.
    Bezüglich der Mantras verstehe ich es so, dass sie sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen durchführe …?

    Lieben Gruß, Gunhild

  2. Stefanie Reeb sagt:

    Liebe Gunhild, vielen Dank für Dein Interesse! Und ja genau, das Mantra wird sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen (stumm) rezitiert. Viel Spaß beim Breathwalk! Herzlich Stefanie

  3. Guten Morgen ….Yoga war großartig …danke

    Du bist wirklich toll ❤️

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