Artischockendipp
Ein basisches 5-Minuten-Rezept

Auf Mallorca ist zur Zeit Artischocken-Saison und man bekommt sie auf jedem Markt quasi hinterhergeworfen. Seit meinem letzten Artischockenbeitrag weiß ich allerdings, dass das nicht bedeutet, dass man auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz plötzlich überall Artischocken bekommt. Ein paar Leute wollten nämlich gerne das Rezept ausprobieren, konnten aber nirgends eine Artischocke auftreiben. Später im Jahr sprach mich eine Teilnehmerin unseres Retreats darauf an, ob ich eine Idee hätte, was man mit Artischocken im Glas anstellen könnte. Und so entstand dieser unkomplizierte Dipp auf Grundlage eingelegter Artischocken, die man wirklich überall kaufen kann. Er schmeckt zu Rohkost, Ofengemüse oder einer Scheibe Brot ganz wunderbar und bringt den angenehm bitteren Geschmack der Artischocke super zur Geltung. Da er so schnell und gesund ist, ist er für mich eins dieser Basiscs, die ich rasch aus dem Ärmel schütteln kann, wenn ich nicht viel Zeit habe. 

 

 

Der Dipp hat eine basische Wirkung, was man meiner Meinung nach bereits spürt, wenn man ihn im Mund hat. Hat man nämlich ein bisschen komisch gegessen oder ein Stück Schokolade zuviel gehabt, kann man im Mund spüren und schmecken, wie sich ein unangenehmer Geschmack breit macht, der ankündigt, dass das Säure-Basen-Milieu leicht angegriffen ist. Nimmst du jetzt ein basisches Lebensmittel in den Mund, wie zum Beispiel diesen Dipp, kannst du direkt bemerken, wie sich das Mundmilieu verbessert. Probiers aus! 

 

 

Seine basische Wirkung verdankt dieser Dipp vor allem den Bitterstoffen, die sowohl in der Artischocke als auch im Tahini stecken. Sie sorgen dafür, dass der Säureüberschuß im Gewebe unseres Körpers abgebaut und ausgeschieden werden kann. Auf diese Art wirken Bitterstoffe verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden entgegen, die mit einer Übersäuerung im Zusammenhang stehen – unter anderem auch die typischen Alterungserscheinungen wie Gelenkschmerzen, fahle Haut, Faltenbildung und Haarausfall. Darüber hinaus regen Bitterstoffe die Verdauung an. Dies beginnt schon in dem Moment, in dem sie mit unserer Zunge in Berührung kommen und ihr bitterer Geschmack den Magen, die Leber und die Bauchspeicheldrüse stimuliert, die daraufhin mit der Sekretion von Verdauungssäften und -enzymen beginnen. Gallenflüssigkeit, Magensäfte und Insulin werden produziert – alles wichtige Substanzen, die für die Verwertung von Nährstoffen im Körper entscheidend sind. Darüber hinaus wird die Entgiftungsfunktion der Leber gefördert, was zu einer schnelleren Entschärfung von Toxinen führt. Servierst du zu dem Dipp noch rohes oder gebackenes Gemüse, kannst du eine perfekte basische Alltags-Mahlzeit auf den Tisch bringen, die zudem richtig lecker schmeckt. 

 

Und nun meine Frage an dich: magst du bittere Lebensmittel? Und welches sind deine Favoriten? Ich freue mich auf deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Artischockendipp

Für 4 als Snack:

 

  • 2 Gläser eingelegte Artischockenherzen à jeweils 280 g
  • 2 gehäufte EL Tahini
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl plus etwas mehr zum Beträufeln
  • 1 Knoblauchzehe, geschält
  • ca. 1 TL Salz nach Geschmack
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

Die Artischockenherzen mit Tahini, Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer im Häcksler pürieren.

 

Den Dipp in eine Schüssel füllen, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Rohkost, Ofengemüse oder Brot servieren. 

 

Zeitaufwand:
ca. 5 Minuten

 

 

Diesen Beitrag teilen:Email to someone
email
Share on Facebook
Facebook
Pin on Pinterest
Pinterest
Tweet about this on Twitter
Twitter
10. Mai 2019

13 Kommentare zu “Artischockendipp

  1. Christine sagt:

    Liebe Stefanie,
    nimmst Du Artischocken in Öl oder in einem Essig-Öl-Gemisch? Ich habe mal gelesen, dass es einen großen Unterschied macht. Gemüse in Essig/Lake eingelegt säuert, in Öl wirkt es basisch. Leider ist auch der Preisunterschied erheblich.
    Ich habe in meiner Kleinstadt auf dem Markt tatsächlich schöne große Artischocken bekommen, die ich gekocht habe und nun wie die Franzosen mit einer Senf-Vinaigrette auslutsche. Köstlich!!

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Christine,

      ich verwende die Artischocken von Rapunzel. Die sind in Lake eingelegt, allerdings in einer basisch wirkenden Lake aus Wasser, Meersalz und Apfelessig.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  2. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie, was für eine tolle Idee! Wird gleich ausprobiert… Wie immer habe ich die Zutaten im Haus, das machst du intuitiv super;) Ich liebe Artischocken! Bestimmt schmeckt der Dip auch toll mit den gebackenen Möhren des Hummus Rezepts.
    Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem kühlen Berlin, Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      ja, genau, zu den gebackenen Möhren stelle ich mir den Dipp super vor!

      Liebe Grüße
      Stefanie

    • Lydia sagt:

      Guten Morgen Stefanie,
      kann ich auch frische Artischocken verwenden und wie mache ich dann den Dip. Ich liebe Bitterstoffe und nehme sie auch ständig ein, in Tropfenform.
      Für eine Antwort danke ich und wünsche ein schönes Wochenende.
      Lg. Lydia
      .

      • Stefanie Reeb sagt:

        Liebe Lydia,

        Du kannst den Dipp auch aus frischen Artischocken zubereiten. Dafür brauchst Du allerdings schon mindestens 5 Artischocken. Dafür die Artischocken putzen, die Stiele abschneiden, die äußeren harten Blätter bis zu den hellen Innenblättern großzügig abzupfen und die obere Hälfte abschneiden. Artischocken vierteln, das Heu mit einem Teelöffel herauskratzen. Dann die Artischocken im Salzwasser ca. 20 bis 30 Minuten kochen, bis sie weich sind. Dann weiter wie im Rezept.

        Liebe Grüße!
        Stefanie

  3. Verena sagt:

    Hallo Stefanie,
    wow der Dip hört sich super an und wieder so simpel. Jetzt zur Grillsaison perfekt. Da ich mich noch nie an frische Artischocken getraut habe ist das genau das richtige da ich dieses Gemüse eingelegt oder auf Pizza super lecker finde. Sonst bin ich nicht so der bitter Fan ;o). Ganz liebe Grüße Verena

  4. Gaby sagt:

    Tolles Rezept, Danke 🙏
    Ich liebe bittere Gemüse , mein Favorit ist eindeutig Radicchio! Roh oder mit Ofengemüse gebacken ein Gedicht , ebenso im Smoothie !
    Den Dip werde ich heute noch ausprobieren, Zutaten sind im Haus !
    Liebe Grüße
    Gaby

  5. Edith sagt:

    Liebe Stefanie,
    habe den Artischocken-Dip ausprobiert, war mir echt zu sauer. Ich habe einen Teil der Lake mitverwendet, weil es sonst zu fest geworden wäre. Wie machst du das? Ganz ohne Lake? Mit Wasser? Weil die Artischocken von Rapunzel so teuer sind, esse ich den Dip jetzt, aber ich würde es gerne nochmal probieren.
    Lg
    Edith

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Wir versichern Dir, dass Deine Daten streng vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben werden.

Top