Erdbeer-Kokos-Kuchen
Und ein Anlass zum Feiern!

Eltern geben es nicht gern zu, aber es ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass das erste Kind eine Sonderstellung einnimmt. Denn seine Geburt markiert den Punkt im Leben, an dem es kein Zurück mehr gibt und an dem sich alles verändert. So ähnlich ist das auch mit Büchern. Das erste Buch eines Autors ist und bleibt für immer etwas besonderes.

 

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Mein erstes Kochbuch „Süß&Gesund“ war ein Kind der Liebe: Meiner Liebe zu Büchern im allgemeinen und Kochbüchern im Speziellen, meiner Liebe zu meinem Mann, mit dem ich das Buch zusammen entwickelt habe, der Liebe zum Elsaß, in dem das Buch entstand, und natürlich meiner Liebe zur gesunden Patisserie.

 

 

So wie viele gute und schöne Dinge entstand das Buch aufgrund unglücklicher Umstände. Denn einer unserer größeren Kunden vergab vom einen auf den anderen Tag plötzlich keine Aufträge mehr an uns, da er finanzielle Probleme hatte. So hatten wir viel Zeit, um an einem Buch über gesunde Patisserie zu arbeiten, das mir schon lange im Kopf herumspukte. Ich experimentierte also in der Küche und Thomas beim Fotografieren der Rezepte. Denn als Fotograf hatte er bislang vor allem Portraits und Akte fotografiert, die Foodfotografie war für ihn Neuland. Unsere elsässischen Nachbarn konnten uns also täglich im Garten beobachten, wie wir bei jedem Wetter Kuchen arrangierten, Kekse stapelten und Törtchen dekorierten, um sie fürs Buch in Szene zu setzen. 

 

 

Es ist vielleicht nicht ganz unwichtig zu wissen, dass wir zu der Zeit noch gar keinen Verlag hatten, der unser Buch veröffentlichen wollte. Wir machten die Arbeit ganz für uns allein, im Stillen, und mit großer Begeisterung. Warum? Weil ich Bedenken hatte. Ich fürchtete, dass wir Absagen erhalten würden, die unsere Freude am Arbeiten schmälern würden. Kurz gesagt: ich wollte mir den Spaß nicht verderben lassen. Im nachhinein eine tolle Idee, auch wenn niemand so recht verstand, was wir da machen. Wenn man nämlich als Neuling ein Buch ohne Verlag schreibt, ist das in den Augen der meisten Menschen so, als wäre man ein Traumtänzer. 

 

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Wir ließen uns von den zweifelnden Blicken anderer Leute allerdings nicht stören und arbeiteten einfach weiter. Und eines Tages war das Buch dann fertig. Die Rezepte waren geschrieben, die Fotos gemacht. Sogar ein Cover hatten wir schon. Nun schien die Zeit reif dafür, das Buch an Verlage zu schicken. Wir sandten das Buch mit einem Stoßgebet an 7 Verlage raus. Und dann hieß es warten. Zu diesem Zeitpunkt war es allerdings kein ängstliches Warten, sondern ein zuversichtliches. Wenn man etwas Gutes gemacht hat, weiß man es einfach. Und Thomas und ich waren wild entschlossen, dieses Buch-Baby auf die Welt zu bringen, egal wie und mit wem.

 

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Wir warteten nicht lange und es kam die erste Zusage. Zu jener Zeit war gerade der Song „Happy“ von Pharrell Williams herausgekommen. Wir drehten ihn laut auf und tanzten wild durchs Haus. Das machten wir danach noch 5mal, denn wir bekamen noch weitere Zusagen – bis auf einen Verlag sagten alle zu. Auf einmal befanden wir uns in der angenehmen Situation, uns aussuchen zu können, mit wem wir das Buch veröffentlichen wollen. Wir entschieden uns für den Verlag, mit dem wir auch heute noch zusammen arbeiten und bei dem wir in 3 Jahren 6 Bücher herausgebracht haben: Droemer Knaur.

 

 

Und nun ist das Baby schon eine Weile auf der Welt und wurde von so vielen Menschen gerne gekauft und gelesen, dass wir jetzt schon in die dritte Auflage gehen! Das macht uns dankbar, denn letztlich hat uns das Buch auf den Weg geführt, auf dem wir heute sind und der uns hier auf dem Blog, in weiteren Büchern und auf unseren Retreats so viel Freude bringt. Und da schon die berühmte Kochbuchautorin Julia Child sagte, dass eine Party ohne Kuchen nur ein Meeting ist, lass uns mit einem Stück gesundem Kuchen eine Party fürs Leben und für dieses Buch feiern – selbstverständlich mit einem Rezept aus dem Buch, dem Erdbeer-Kokos-Kuchen aus dem Kapitel „Frühling“. 

 

Fall du das Buch noch nicht kennst: du erhältst es in jeder Buchhandlung oder online hier. 

 

Sieh dir hier den Buchtrailer an:

 

 

Erdbeer-Kokos-Kuchen

 

Dieser Kuchen hat eindeutig eine fragile Persönlichkeit. Aufgrund seines großen Anteils an Früchten fehlt ihm der innere Zusammenhalt, und so erreicht er den Kuchenteller in leicht aufgelöster 
Form. Wie eine wahre Diva riecht und mundet er aber so köstlich, dass man ihm seinen Mangel an Contenance sofort verzeiht.

 

 
Zutaten für eine 26-cm-Springform:
 
Für den Kuchenteig:
  • 500 g Erdbeeren 
  • 200 g Dinkelmehl, Type 1050 (alternativ: meine glutenfreie Mehlmischung, siehe unten)
  • 60 g Kokosraspeln
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 3/4 TL Salz
  • abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 160 g Kokosöl, geschmolzen (plus etwas mehr für die Form)
  • 120 ml Ahornsirup, Grad A oder C
  • 4 EL Apfelmus, ungesüßt
  • 1 TL Zitronenöl
 
Zum Bestreuen:
  • 2 EL Kokosraspeln
 
 
 
Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
 
 
Die Erdbeeren waschen, abtropfen lassen und putzen. Kleine und mittelgroße Erdbeeren ganz lassen, große Erdbeeren halbieren.
 
 
In einer Schüssel Mehl, Kokosraspeln, Weinstein-Backpulver, Salz und abgeriebene Zitronenschale mischen. Geschmolzenes Kokosöl in einer weiteren Schüssel mit Ahornsirup, Apfelmus und Zitronenöl verrühren. Zu den trockenen Zutaten geben und alles mit einem Löffel gut vermischen. Zum Schluss die Erdbeeren unterheben.
 
 
Eine 26-cm-Springform mit Kokosöl ausfetten und den Teig einfüllen. Mit den Händen in der Form verteilen (er ist zähflüssig). Zum Schluss mit 2 Esslöffel Kokosraspeln bestreuen und 45 Minuten backen. Nach 30 Minuten kontrollieren, ob die Oberfläche des Kuchens bereits ausreichend gebräunt ist, und gegebenenfalls für den Rest der Backzeit mit Backpapier oder Alufolie abdecken.
 
 
Zeitaufwand: 
15 Minuten Zubereitung
45 Minuten Backzeit
 
 
 
 
Glutenfreie Mehlmischung (davon 200 g abwiegen und statt des Dinkelmehls benutzen):
 
150 g Vollkornreismehl
100 g Buchweizenmehl
100 g Maismehl
150 g Kartoffelstärke
50 g Maisstärke
 
Alle Zutaten mit einem Schneebesen oder in der Küchenmaschine sorgfältig miteinander vermischen.
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17. Mai 2019

2 Kommentare zu “Erdbeer-Kokos-Kuchen

  1. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    das ist so lustig, dass du gerade dieses Rezept aus diesem Buch postest. Ich habe dir glaube ich schon mal geschrieben, dass Süß & Gesund ja tatsächlich auch mein erstes Buch von Dir war – und ich war sofort verliebt. Da ich zu dieser Zeit aufgehört habe, Zucker zu essen, aber leidenschaftliche Bäckerin bin, kaufte ich drei oder vier entsprechende Backbücher. Ungelogen: ich habe alle sofort wieder in den gebrauchte Bücher Kreislauf gegeben und nur deines behalten… Und es ist eine große Liebe bis heute. Gerade backe ich bereits zum vierten Mal in dieser Saison dein Rhabarber Crumble, weil es himmlisch ist, weil Rhabarber fast mein Lieblingsgemüse ist;), weil es jetzt Saison ist und dann laaaaange nicht mehr. Und dabei schlug ich versehentlich den Erdbeer Kokos Kuchen auf und dachte mir (wirklich vor 5 Minuten): warum habe ich den eigentlich noch nie gebacken (ich dachte nämlich, ich hab das wunderbare Buch durch….)
    Ach, zu unserer Hochzeitsfeier letztes Jahr haben sich 13 unserer Freund*innen auf das Experiment eingelassen, je einen Kuchen fürs Büffet daraus zu backen, obwohl diese Art zu backen für fast alle Neuland war. Es wurde so ein tolles einzigartiges wundervoll köstliches Tortenbüffet.
    Ha, und noch was: sobald ich die Anzeige auf eurer website gesehen habe, habe ich Süß & Happy gleich bei meinem Buchhändler bestellt- und was sagt der: lieferbar ab 1.10. – so muss ich mir eh die Zeit noch etwas vertreiben bis dahin.
    Da kann ich ja gerade den Erdbeer Kokos Kuchen testen.
    Euer erstes „Kind“ ist was ganz Besonderes und wie schön, die wundervolle Geschichte dahinter zu erfahren.
    Herzlichen Dank, Barbara

  2. Silke sagt:

    Liebe stefanie,
    danke dir mal wieder fuer dein tolles rezept. Mein grosser sohn war uebers wochenende daheim gewesen + bevor er heute fuhr, gab es diesen leckeren sonntagskuchen von dir. Anfangs war ich etwas skeptisch, ob mir die aromen der erdbeere + der kokosflocken nicht zu massiv aufeinanderprallen aber selbst mein sohn war angenehm ueberrascht – normalerweise ist kokos garnicht sein ding… Eine schoene maienzeit + liebe gruesse
    Silke

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