Ananas-Chutney
Weil viel Geschmack einfach glücklicher macht

In den Bergen von Mallorca liegt ein kleiner, verschlafener Ort namens Orient. Und in diesem Ort gab es mal ein Restaurant, das hieß „Mandala“. Das Restaurant gehörte einem Schweizer Ehepaar, das zuvor viel Zeit im Himalaya verbracht hatte. Passend dazu gab es in dem Restaurant indische Küche, und zwar so richtig gute. Da ich, wenn mir etwas gut schmeckt, die Tendenz habe, immer das gleiche zu bestellen, aß ich in dem Restaurant immer das Gemüsecurry, das mit selbstgemachtem Ananas-Chutney serviert wurde. Wenn Thomas und ich dann auf der winzig kleinen Terrasse des Restaurants saßen, inmitten der Berge und in absoluter Stille, fühlte sich das wirklich so an, als wären wir mitten im Himalaya gelandet. Ganz besonders freute ich mich immer auf das Chutney, denn es war das beste Chutney, das ich je gegessen hatte. Süß, sauer, salzig, scharf, bitter – es war eine echte Geschmacksexplosion und machte den Geschmack des Gemüsecurrys um ein vielfaches interessanter. Umso herber meine Enttäuschung, als die Besitzer eines Tages in den Ruhestand gingen und der Folgebesitzer die Karte radikal veränderte und als allererstes das Chutney strich. Da blieb mir nach einer kurzen Zeit der Trauer nichts anderes übrig, als selbst in die Küche zu gehen und mein Glück mit einer Eigenkreation meines liebsten Chutneys zu versuchen. Die gute Nachricht: es hat geklappt! Und heute will ich dieses Rezept unbedingt mit Dir teilen. 

 

Aber zuerst ein paar Fakten zum Chutney. Chutneys kommen aus der traditionellen indischen Küche und gehören zum Grundsortiment des Ayurveda. Im Ayurveda geht man davon aus, dass eine rundum wohltuende Mahlzeit alle 6 Geschmacksrichtungen enthält, so dass man sich nach dem Essen nicht nur satt sondern auch zufrieden und glücklich fühlt. Sagen wir mal, Du hast mit Heißhungerattacken zu kämpfen. Ein erster Schritt dem entgegenzuwirken wäre, alle Geschmacksrichtungen in Deine Mahlzeiten zu integrieren. Denn ist eine Mahlzeit nur salzig und scharf, hast Du direkt im Anschluss Lust auf etwas Süßes. Isst Du etwas, das vor allem süß ist, musst Du im Anschluss wieder mit etwas Salzigem entgegenwirken. So isst Du in der Regel mehr als gut für Dich ist, und fühlst Dich dennoch nie wirklich zufrieden und satt. Für ein wirklich gutes Bauchgefühl achtest Du also am besten darauf, dass diese Geschmacksrichtungen in Deinem Essen enthalten sind:

 

  • süß (z. B. Getreide, Früchte, süßes Gemüse wie Süßkartoffel oder Erbsen)
  • sauer (z. B. Zitrusfrüchte, saure Früchte und Beeren oder Essig)
  • salzig (z. B. Himalayasalz, Steinsalz oder Meersalz)
  • scharf (z. B. Chili, Pfeffer, Ingwer)
  • bitter (z. B. frische Kräuter, Salate, Olivenöl oder bittere Gemüse)
  • zusammenziehend/herb (z. B. Kurkuma, frische Kräuter oder Schwarztee)

 

In diesem Chutney sind die meisten dieser Geschmacksrichtungen bereits enthalten, und dabei ist es ja nur eine Beilage. Sein vorherrschender Geschmack ist süß, so dass es die süße Komponente zu Deinem salzigen Hauptgericht addiert. Regulär enthalten Chutneys fast so viel Zucker wie Marmelade. Ich finde, das ist nicht notwendig, da die Ananas bereits viel Fruchtsüße mitbringt. Ich addiere also nur etwas Ahornsirup und erhalte ein angenehm süßes Chutney, das allerdings nicht so lange haltbar ist wie die Versionen mit tonnenweise Zucker. Dieses Chutney passt gut zu meinem gelben Curry von letzter Woche (Rezept siehe hier), es schmeckt aber auch als Beilage von Linsengerichten oder von asiatischen Gerichten, außerdem zu gegrilltem Huhn oder zu Ziegen- oder Schafskäse.

 

Lass es Dir also schmecken und beobachte, ob Dich das Chutney noch ein klein wenig glücklicher macht ;–).

 

 

Ananas-Chutney

Für 1 großes Glas (hält sich ca. 1 Woche lang):

  • 1/2 EL natives Kokosöl
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/3 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/4 TL Cayenne
  • 1/4 TL Salz
  • 1 kleine Zwiebel, geschält und fein gehackt
  • 1 EL Ingwer, geschält und fein gehackt
  • 300 g Ananasfruchtfleisch, klein gewürfelt 
  • 250 ml Wasser
  • 2–3 EL Apfelessig
  • 2 EL Ahornsirup, Grad A
  • 1 TL Maisstärke, in 1 EL kaltes Wasser eingerührt

 

Kokosöl in einem Topf erhitzen. Kurkuma, Zimt, Kreuzkümmel, Cayenne, Salz, Zwiebel und Ingwer hinzufügen und unter Rühren 1–2 Minuten leicht anbraten. Ananas hinzufügen und ebenfalls kurz anbraten. Mit Wasser, Apfelessig und Ahornsirup ablöschen.

 

Die Hitze reduzieren und ca. 30 Minuten bei geschlossenem Deckel leise köcheln lassen. Zwischenducrh kontrollieren, dass noch genügend Wasser im Topf ist, ansonsten etwas Wasser hinzufügen. Am Ende der Kochzeit die angerührte Maisstärke unter Rühren hinzufügen.

 

Das Chutney direkt servieren oder in ein sauberes Glas abfüllen, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 1 Woche verbrauchen. 

 

Zeitaufwand:
ca. 10 Minuten Zubereitung, 30 Minuten Kochzeit

 

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23. Februar 2018

12 Kommentare zu “Ananas-Chutney

  1. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    ah, wie schade, keine Ananas im Haus. Aber vielleicht funktioniert es auch erstmal mit Mango. Super Idee in Kombi mit dem Curry. Da hatte ich allerdings etwas zuviel Zitrone rein: eine große nämlich… Der bitter-prickelnde Geschmack war leicht zu dominant. Ich werde es also nochmal mit weniger Zitrone versuchen.
    Und, es ist wirklich ein Trauerprozess, wenn ein geliebtes Restaurant schließt bzw den Besitzer wechselt. Wir trauern auch noch unserem Lieblings-Bistro hinterher…
    Ganz herzliche Grüße
    deine Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      ich kann mir vorstellen, dass das Chutney auch mit Mango lecker wird. Vielleicht musst Du dann noch ein bisschen mehr Säure hinzufügen. Ja, mit der Größe und auch der Art der Zitronen steht und fällt das Curry. Leider hat man ja auf die Art der Zitronen im Laden so wenig Einfluss. Manche Sorten werden beim Kochen einfach bitterer als andere.

      Viele liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende!
      Stefanie

      • Barbara sagt:

        Danke dir sehr: als Mango Chutney schmeckt es auch köstlich, mild und voller intensiver kitzelnder Geschmackserlebnisse. Ich habe 3 El Apfelessig genommen.
        Und: das Curry hat uns mit Blutorange super geschmeckt (tolle Kombi) – farblich fröhliches Orange!

        • Stefanie Reeb sagt:

          Liebe Barbara,

          wow, was für eine super Idee mit der Mango und Blutorange! Das muss ich mal ausprobieren, danke für die Anregung!

          Sende Dir viele liebe Grüße!
          Stefanie

  2. Kristina sagt:

    Oh, allein beim Anblick der leuchtenden Farbe geht die Sonne im Herzen auf!

  3. Monika Kaczerowski sagt:

    Ich freue mich auch schon darauf,dieses leckere Chutney zu machen. Der Anblick und deine Beschreibung der Zubereitung,liebe Stefanie,lassen mir schon das Wasser im Munde zusammen laufen. Habt noch einen schönen Sonntag.

  4. Renate sagt:

    LiebenStefanie!

    Heute haben wir dein Curry und das Chutney zubereitet. Es war einfach super lecker. Sonne auf dem Teller, im Herzen und beim Spaziergang . Was wünscht man sich noch mehr. Vielen Dank für deine schönen Rezepte und Inspirationen. LG und einen schönen Sonntag, Renate 😋😎🌞

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Renate,

      ach toll, das freut mich sehr! Vielen Dank für Deine liebe Rückmeldung.

      Viele Grüße und einen schönen Start in die Woche wünscht Dir
      Stefanie

  5. Detlev sagt:

    Kann man das Chutney auch einfrieren?

hierbin ich

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