Gerösteter Blumenkohlsalat
Und ein paar Gedanken über den Tod

Vor drei Wochen ist Thomas Vater, mein Schwiegervater, gestorben. Es war ein friedliches Gehen, denn mein Schwiegervater war fast 90 Jahre alt und schon seit einiger Zeit bereit, das Leben und seinen Körper hinter sich zu lassen. Er starb umgeben von seinen Liebsten, und dabei hat mich sehr berührt, dass meine Schwägerin, die das Ende nahen fühlte, zu ihm sagte: „wir gehen jetzt eine halbe Stunde aus dem Zimmer. Du kannst dich aufs Sterben vorbereiten“. Als sie dann zusammen mit seiner Frau und einer der Enkelinnen zurück ins Zimmer kam, hielten sie seine Hände, als er seinen letzten Atemzug tat. Danach, so beschrieb sie es, war ein großer Frieden im Raum.

 

Der Tod ist eins der großen Mysterien unseres Lebens. Eigentlich passt er gar nicht in die Zeit, in der wir leben. Eine Zeit, in der es um Selbst-Optimierung geht und darum, später oder gar nicht alt zu werden. Eine Zeit, in der Bücher in den Regalen stehen mit dem Titel „How not to die“. Eine Zeit, die kaum spirituell und dafür umso materieller ist. Eine Zeit, in der die unsichtbaren Dinge nicht ernst genommen werden. Eine Zeit, in der bereits viele Menschen in unserer nächsten Nähe gestorben sind, wir aber noch nie einen Toten gesehen haben, weil die Toten sofort weggeschafft werden. Irgendwie ist Tod ein Tabuthema, wir klammern ihn aus, wir haben keine spirituelle Sicht auf ihn. Und wenn er dann kommt und einen geliebten Menschen mit sich nimmt, dann sind wir traurig, bestürzt, erschrocken und wissen eigentlich nicht recht, wie wir mit ihm umgehen sollen.

 

 

Da mein Vater sehr plötzlich und sehr jung starb, als ich ein Kind war, hatte der Tod einen großen Schrecken für mich. Ich habe viele Tage und Nächte meiner Kindheit damit verbracht, mir Sorgen darüber zu machen, wer in meiner Familie als nächstes sterben könnte. Der Tod und die Angst davor waren viele Jahre eine große Bürde für mich. Bis sich irgendwann meine Sicht auf den Tod veränderte. Es fing mit dem Yoga an. Das Yoga mag am Anfang ein Workout sein, aber tatsächlich macht es eine unsichtbare Welt der Energie auf, die wir betreten können oder nicht. Und in dieser Welt erscheint einiges anders als in der alltäglichen, materiellen Welt. Zumindest war es so bei mir. Die größte Veränderung trat ein, als ich spürte, dass das Unsichtbare ebenso gegenwärtig und tatsächlich ist wie das Sichtbare. Und als ich verstand, dass das Leben nicht zwischen „An/Leben“ und „Aus/Tod/Nichts“ pendelt, sondern dass eigentlich alles Leben und Energie ist. Dass Seelen kommen und gehen. Dass wir viel mehr sind als unser Körper und unser Leben, das wir gerade führen. Was für ein Aufatmen in dieser Erkenntnis steckt! Was für eine Ruhe.

 

Mit diesem Gefühl lässt sich auch ganz anders auf unsere Liebsten schauen, die den Körper verlassen haben und bei denen ich mittlerweile weiß, dass es ihnen gut geht. Und wenn ich jetzt an meinen Schwiegervater denke, dann weiß ich, dass er, ohne den Körper, der ihm schwer und hinderlich geworden war, wieder vereint ist mit dem Wind, den Bäumen und den Bienen und mit der großen Natur, die ihm immer so viel bedeutete und von der er immer schon ein Teil war. Und als wir am Tag der Beerdigung mit der ganzen Familie beim Essen saßen, da zelebrierten wir nicht nur sein Leben sondern das Leben an sich mit all seinen Aspekten. Das sind die versteckten, schönen Momente im Angesicht des Todes: dass wir das Leben mit neu geborenen Augen betrachten und den Moment des Zusammenseins genießen und wertschätzen. Und damit tun wir genau das, was Menschen schon seit Jahrtausenden tun. Sei es anlässlich von Geburt, Leben oder Tod: wir sitzen gemeinsam am Tisch, essen eine gute Mahlzeit, unterhalten uns und fühlen uns den Lebenden und Toten zugehörig, weil wir eine Verbindung schaffen. Und diese Verbindung ist unter anderem auch unser Essen. 

 

 

Die Zubereitung frischer, gesunder und leckerer Gerichte ist nichts anderes als eine Privatparty fürs Leben zu schmeißen, egal unter welchen Umständen. Kochend und genießend wertschätzen wir das Leben. Nicht umsonst gibt es sowas wie die Henkersmahlzeit – sie ist der letzte Gruß der jetzigen Realität, bevor sich die Seele in die andere Dimension verabschiedet. Die Küche und der Esstisch sind die Orte, an denen sich das Leben am besten feiern lässt. Und auf so einem Tisch inmitten von Freunden und Familie könnte auch dieser warme Salat aus geröstetem Blumenkohl stehen. Wenn Du ein kleines Festmahl aus der Mahlzeit machen möchtest, dann stelle einfach noch etwas Hummus und Fladenbrot dazu. Denn das Leben, die Liebe, die Freundschaft und der Genuss wollen richtig gelebt werden, ohne Wenn und Aber.

 

Und nun wie immer meine Frage an Dich: wie gehst Du mit dem Thema Tod um? Macht es Dir Angst oder hast Du eine andere Sicht darauf erlangt? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Gerösteter Blumenkohlsalat

 

Für 2 Personen als Hauptgericht oder für 4 Personen als Beilage:

 

Für den Salat:

  • 1 großer Blumenkohl à ca. 1,8 kg
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 30 g Petersilie, gehackt
  • 60 g geröstete Haselnüsse, grob gehackt

 

Für das Dressing:

  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
  • 2 Frühlingszwiebeln, in dünne Ringe geschnitten
  • 1,5 EL Kapern, grob gehackt
  • abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone*
  • 3 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 2/3 TL Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

*wer eingelegte Salzzitronen zuhause hat (Rezept siehe hier), kann ein Stückchen davon klein hacken und statt der Zitronenschale benutzen. 

 

Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

 

Den Blumenkohl waschen und die Röschen abschneiden und in mundgerechte Stücke zerteilen. Den Blumenkohlstrunk entfernen und gegebenenfalls für die nächste Gemüsesuppe aufheben. Die Röschen mit Olivenöl und Salz vermischen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech auf mittlerer Stufe 20 Minuten backen. Dann den Ofen auf Umluft und Oberhitze umschalten und weitere 5–10 Minuten backen, bis der Blumenkohl stellenweise leicht gebräunt ist. 

 

Während der Blumenkohl im Backofen ist, das Dressing zubereiten. Dafür Olivenöl in einem kleinen Topf leicht erhitzen und Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Kapern ca. 2–3 Minuten unter Rühren darin anbraten. Abgeriebene Zitronenschale, Zitronensaft, Salz und Pfeffer hinzufügen und vom Herd nehmen. 

 

Den Blumenkohl aus dem Ofen nehmen, mit dem warmen Dressing vermischen und Petersilie und Nüsse untermischen. Gegebenenfalls mit weiterem Olivenöl, Zitronensaft und Salz abschmecken und servieren. 

 

Zeitaufwand: 
ca. 40 Minuten

 

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29. März 2019

30 Kommentare zu “Gerösteter Blumenkohlsalat

  1. Maria sagt:

    Liebe Stefanie,
    mein herzliches Beileid und: danke für diesen berührenden Text. Du hast mich damit sehr bewegt, aber gleichzeitig auch beruhigt. Denn gerade in letzter Zeit, seit ich wieder mehr Lebensmut fasse, habe ich mehr Angst vor dem Tod. Deswegen werde ich deine Worte noch etwas nachklingen lassen.
    Danke, dass du diesen Blog schreibst, ich lese ihn jede Woche und rieche dabei immer schon den Duft der Gerichte.
    Alles Liebe,
    Maria

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Maria,

      vielen Dank für Deine liebe Nachricht! Es freut mich, dass Dich meine Gedanken etwas beruhigt haben.

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

  2. Sonja sagt:

    Das Rezept hört sich sehr schmackhaft an. Werde ich demnächst mal ausprobieren.
    Der Tod bedeutet für mich als Muslima Hoffnung auf das unendliche Leben. Angst davor habe ich nicht, da es das Ziel meines irdischen Lebens ist💞

  3. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie, es tut mir sehr leid zu lesen, dass ihr diesen Verlust erlebt. Ich wünsche euch viel Kraft und positive Energie!
    Deine Zeilen rühren mich zutiefst, weil mich das Thema Tod sehr beschäftigt. Nicht nur, weil ich relativ jung eine Krebsdiagnose bekam und schlagartig mit dem Thema Endlichkeit konfrontiert wurde. Auch, weil ich meine Mutter vor 10 Jahren sehr eng begleitet habe, als sie starb. Sie war ein äußerst spiritueller Mensch und ich habe viel von ihr gelernt, nicht nur was Sterben und Tod angeht. Gerade wandle ich im Markgräflerland auf ihren Spuren und da fliesst die eine oder andere Träne. Auch weil ich mich ihr in ganz unerwarteten Begegnungen und Momenten ganz nah und verbunden fühle, zb wenn ich einfach auf einer Mauer sitze und auf die erblühenden Kirschbäume schaue. Für mich gehört Tod und Sterben zum Leben dazu. Und auch, dass ich manche meiner geliebten Verstorbenen bis heute schmerzlich vermisse und sie in irgendeiner Form einen Platz in meinem Leben haben.
    Ach, unter uns: auf der Rückreise werde ich natürlich der Staudengärtnerei der Gräfin Zeppelin einen Besuch abstatten und an dich denken.
    Und am Sonntag gibts den gebackenen Blumenkohl. Alles zu Hause (außer Petersilie, aber die wird noch besorgt)
    Herzlichst, deine Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      vielen Dank fürs Teilen Deiner Erlebnisse! Das ist berührend, was Du über Deine eigenen Erfahrungen mit der frühen Krebsdiagnose und den Tod Deiner Mutter schreibst. Dadurch hast Du Dich mit dem Thema Tod natürlich schon sehr intensiv auseinander gesetzt. Schön, dass Du diese Woche gerade auf den Spuren Deiner Mutter im Markgräflerland verbracht hast. Ich mag es immer gerne, wenn ich merke, wie und wo ich noch mit geliebten verstorbenen Menschen verbunden bin. Manchmal kommt das auch überraschend so wie vor ein paar Jahren, als ich morgens mein Handy in die Hand nahm und ohne dass ich bewusst irgendeinen Knopf gedrückt habe, das Lieblingslied meine Vaters losspielte. Als ich das meiner Mutter später erzählte, hatte sie Tränen in den Augen und fragte mich, ob ich wüsste, welcher Tag heute sei. Als ich verneinte, sagt sie: der Geburtstag Deines Vaters (diesen Tag habe ich nicht so im Kopf, weil mein Vater schon starb als ich 4 war).

      Einen lieben Gruß und viel Freude mit dem Blumenkohlsalat heute!
      Stefanie

      • Barbara sagt:

        Liebe Stefanie,
        puh, das ist ja ein berührender Moment, den du da beschreibst. Unglaublich, was so geschehen kann in der Trauer um unsere geliebten Angehörigen, ohne dass wir bewusst daran teil haben. Und dass auch die Technik so mitspielt und das Lieblingslied deines Vaters spielte. Ich habe diese Woche immer wieder daran gedacht.
        Und endlich, eine Woche später, gabs heute den köstlichen Blumenkohl-Salat. Und soviel kann ich schon jetzt mit Gewissheit sagen: nicht das letzte Mal. Der ist unglaublich lecker. Gerade, dass er warm ist, macht ihn zu einer leichten, kompletten und wohltuenden Mahlzeit. Auch die viele Petersilie gefällt mir gut. Und die Kombi Blumenkohl-Haselnüsse (dein anderer Salat) bzw Blumenkohl-Kapern (der überbackene) ist super!
        Ganz herzliche Grüße von deiner Barbara

  4. Anna sagt:

    Liebe Stefanie,
    hab herzlichen Dank für Deine – wie immer – so schönen und berührenden Worte.

    Anfang Februar ist unser geliebter Kater Pablo ganz plötzlich gestorben. Die Worte vom Tierarzt, dass sich unser Kleiner zum Sterben bereit gemacht hat, hat uns sehr geschockt. Damit hatten wir nicht gerechnet, da er bis ein paar Tage zuvor noch fit und gesund erschienen war. Der Arzt konnte nicht sagen, wie lange es noch dauern würde und gab uns ein Schmerzmittel für die nächsten Tage mit. Aber dann ging alles ganz schnell. Er ist noch in der gleichen Nacht des Tages, an dem wir vom Tierarzt die Nachricht erhalten hatten, gestorben.

    Das Rührende war, dass sich Pablo am späten Abend noch mit letzter Kraft zu uns auf’s Sofa gezogen und sich zu uns gelegt hat. Dort lag er, bis es soweit war. Wir hatten unser Bettzeug aus dem Schlafzimmer geholt, weil wir ihn nicht allein lassen wollten, und eine Lichterkette in der Ecke des Zimmers brennen lassen. Kurz vor drei Uhr war es dann soweit. Jonas und ich haben uns bei Pablos letzten, schweren Atemzügen ganz fest im Arm gehalten und dann war es genauso wie es Deine Schwägerin auch beschrieben hat, es legte sich ein Frieden über den Raum. Und auch, wenn es so traurig für uns war und ist, dass unser Katerchen nicht mehr (körperlich) bei uns ist, so war es für uns auch eine innige und verbindende Erfahrung, Pablo in seinen letzten Stunden begleiten zu dürfen.

    Ich habe dann die Fenster der Wohnung weit aufgemacht, damit die Seele herausfliegen kann. (Obwohl mir später der Gedanke kam, dass es der Seele wahrscheinlich egal ist, ob das Fenster offen ist oder nicht …)

    In dieser Nacht und auch am nächsten Tag war es draußen sehr stürmisch.
    So werden wir nun immer an Pablo denken, wenn ein scharfer Wind über uns hinwegfegt. Er war nämlich genauso wild und unberechenbar!

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Anna,

      das ist so schön, was Du schreibst! Vielen Dank dafür. Ich kann das gut nachvollziehen: wenn ein geliebtes Haustier stirbt ist das ein bisschen so, als würde ein Teil von uns selber sterben. Denn so ein Tier ist über die Jahre fast schon mit uns verwachsen.
      Das ist sehr rührend und schön, wie Ihr Euren Kater in seinen letzten Momenten begleitet habt.

      Einen ganz lieben Gruß
      Stefanie

  5. Manuela sagt:

    Liebe Stefanie,

    mein Mitgefühl ist bei Euch. Ich wünsche Euch alles Liebe und viel Kraft in den kommenden Wochen.

    Deine Worte haben mich gestern Abend – wie so häufig – nachdenklich gemacht. Dieses Mal musste ich meine Gedanken erstmals sortieren und konnte Dir nicht gleich meine Gedanken hierzu schreiben.

    Als kleines Mädchen musste ich ebenfalls schon bittere Erfahrungen mit dem Tod machen. Auch mein Vater verstarb bei einem unverschuldeten Unfall viel zu früh einfach nur deswegen, dass er zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war. Ich war so klein, dass ich leider nur noch vage Erinnerungen habe – und eher auch nur Erinnerungen an Erlebnisse mit ihm, leider nicht an sein Gesicht, nicht an seine Stimme. Allerdings kann ich mich noch gut an den Moment erinnern, als die Todesnachricht übermittelt wurde. Seitdem war auch mir von klein auf bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann. Auch mich begleitete lange Zeit diese von Dir beschriebene Verlustangst davor, wer aus der Kernfamilie plötzlich sterben könnte. Diese frühkindlichen Erfahrungen mit dem Tod prägen einen aber auch in positiver Hinsicht fürs Leben – man ist geerdeter, zufriedener, in Bezug auf Nichtigkeiten gelassener und einfach nur froh, wenn es allen in der Familie soweit gut geht.

    Diese extremen Erfahrungen mit dem Tod hatten wir in der Familie leider häufiger. Mein Ersatzvater z.B. (ein lieber, netter Mensch), d.h. der zweite Mann unserer Mutter, musste ebenfalls schon vor einigen Jahren sterben. Er war schwer krank und verstarb exakt an dem Tag, an welchem auch mein leiblicher Vater verstarb – dasselbe Datum, derselbe Wochentag und nur um eine Stunde zeitversetzt. Bei dieser Beerdigung wurde nicht nur mein Ersatzvater beerdigt, sondern wir nahmen gleichzeitig gedanklich auch nochmals Abschied von meinem Vater. Diesen gemeinsamen Todestag verbringen wir in der Kernfamilie seitdem in der Regel gemeinsam – es ist unser persönlicher Familientag. Ein Tag, an dem ich meistens sehr nachdenklich und besonnen bin und froh darüber, wenn dieser vergeht, ohne dass ein weiteres Familienmitglied sterben musste.

    Zu diesem Thema könnte ich Bücher füllen, breche aber an dieser Stelle ab.

    Ich wünsche Euch nochmals ganz, ganz viel Kraft für die nächste Zeit.

    Alles Liebe,

    Eure Manuela

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Manuela,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und das Schildern Deiner Erlebnisse. Es ist so wertvoll, diese persönlichen Geschichten miteinander zu teilen. Das wird mir gerade wieder ganz klar. Ja, da haben wir wohl sehr ähnliche Erfahrungen in früher Kindheit gemacht. Es ist interessant, dass Du schreibst, dass viele Erinnerungen vage sind, Dir der Moment der Todesnachricht aber sehr deutlich im Kopf geblieben ist. Das ist bei mir ganz genauso! Und ich empfinde es auch so, dass diese frühen Erfahrungen mit dem Tod auch einen positiven Aspekt haben: dass wir uns deutlich bewusst werden mussten, dass das Leben endlich ist, was letztlich dazu führt, die einzelnen Momente mehr wertzuschätzen.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  6. Angelika Jeremias sagt:

    Dank für diesen wahrhaftigen,ja philosophischen Text!
    Angst vor dem Tod habe ich nicht, gehört er doch von Anbeginn zum Leben dazu. Viele Menschen in unserer hochzivilisierten Welt haben diesen Aspekt ausgeklammert.
    Tod kann Erlösung und Gnade vom irdischen Dasein bedeuten. Jeder, der z.B.in Krankenhäusern und Altenheimen arbeitet, weiß das.Ich meine, wir müssen wieder lernen, den Tod, das Ende des Lebens, zu akzeptieren.
    Herzliche Grüße!

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Angelika,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, ich denke genauso wie Du, dass wir den Tod wieder zu einem Teil unseres Lebens machen und lernen müssen, mit ihm zu leben und ihn zu akzeptieren. Deshalb finde ich es auch so schön und wertvoll, hier mit Euch darüber zu sprechen und das Thema zu enttabuisieren.

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  7. Verena sagt:

    Liebe Stefanie, von mir herzliches Beileid an dich und deine Familie. Deine Zeilen waren so schön geschrieben und waren von so viel Zuversicht und Liebe und gar nicht von Verzweiflung oder Kummer geprägt das ich Sie als sehr positiv empfunden habe. Ich wünsche mir auch so darüber denken zu können. Leider habe ich schon Angst vor dem Tod. Vor allem wenn ich daran denke wenn es bei meinen Eltern so weit sein sollte. Ich habe bei drei Freundinnen den frühen Tod der Mütter miterlebt und mich immer gefragt wie ich dies verarbeiten und oder überstehen würde. Ich glaube ein tiefes Loch würde da für mich aufgehen und mich verschlucken.
    Deine Zeilen gaben mir für mich einen wirklich positiven Anstoß.
    Ich liebe Blumenkohl und freue mich schon aufs nachkochen.
    Liebe Grüße Verena

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Verena,

      vielen Dank für Deine Zeilen! Ich kann Dich gut verstehen, der Tod macht Angst, wenn wir fürchten, einen geliebten Menschen zu verlieren. Manchmal merken wir aber, wenn ein geliebter Mensch stirbt, dass wir stärker sind als wir vorher dachten. Das bedeutet nicht, dass wir nicht um ihn trauern. Ganz im Gegenteil: Trauer ist ganz natürlich. Aber der Tod lehrt uns auch über sich selbst und über das Leben. Nämlich das Leben mutiger zu leben, den Moment mehr zu genießen und nichts für „normal“ oder selbstverständlich anzunehmen.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  8. liebe stefanie,
    habe deinen text sehr gern gelesen und auch schon einpaar rezepte von dir nachgekocht,dankeschön!
    je tiefer man in das thema tod hineintaucht desto lebendiger wird es.
    namaste,
    claudia

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Claudia,

      das hast Du schön gesagt: je tiefer man in das Thema Tod eintaucht, desto lebendiger wird es.

      Den Satz merke ich mir! ;–)

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

  9. Joy-Martina sagt:

    Ein Danke an dich Stefanie und auch an die anderen so offenen Beiträge zu diesem besonderen Thema.
    Auch ich durfte eine friedvolle Erfahrung mit dem Sterben machen und dabei laufen mir aus Dankbarkeit gerade die Tränen herunter.
    Meine Adoptivmutter starb genau an ihrem 65. Geburtstag. Sie wusste, dass ich so meine Themen mit Geburtstagen und Müttern habe und das Anrufen immer schon herausgezögert habe. Ich hatte also an diesem Tag plötzlich einen starken Impuls, sie abends anzurufen, als mir mein Adoptivvater am Telefon mitteilte, dass sie schon den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken hatte und sie genau mit meinem Anruf sehr stark anfing zu atmen. Sie war so eine sanfte und zarte Frau, aber sie ging so kraftvoll aus dem Leben! In ihrer Liebe zu mir, hatte sie damit einen ganzen Tag auf mich gewartet!
    In der selben Nacht noch fuhr ich zu ihnen und hatte recht viel Angst vor dem so leblosen Körper und meine Gedanken kreisten um Gruselgeschichten und Geister. Ich erwachte sehr früh am nächsten Morgen mit so einem unglaublich friedvollen Gefühl und es war mir, als ob meine Mutter wie immer in der Küche stände und ich konnte so sehr ihre Nähe spüren, es ist auch immer da, wenn ich an sie denke. Manchmal spreche ich mit ihr und erzähle ihr aus meinem Leben… Ich weiß ich wurde immer wie eine leibliche Tochter geliebt.
    So, dies wollte ich gerne mit euch teilen.
    Liebe Grüße
    Joy-Martina

  10. Renate sagt:

    Liebe Stefanie, lieber Thomas, meine herzliche Anteilnahme und Gottes Segen für eure Trauerarbeit.
    Ich frage mich gerade ist es Arbeit? oder nicht eine ganz natürliche Folge, die zwangsläufig da ist und der sich keiner entziehen kann und die so vielfältig, so unterschiedlich verläuft wie es Menschen gibt?
    Du fragtest nach der Angst vor dem Tod. Vor dem Tod habe ich keine Angst. Eher vor dem Prozeß des Sterbens, den ich mir nicht leid- und schmerzvoll wünsche, sondern wie euer Vater ein sanftes Entschlummern.
    Hierfür kann ich vielleicht mit der Auseinandersetzung zum Thema Sterben/ Leben/ Glaubensarbeit im Hier und Jetzt meine Einstellung verändern, so dass ich dann einen zuversichtlicheren Umgang damit habe.
    Mein Mann und ich wurde ganz extrem in Trauerarbeit hineingezogen, durch den Tod unserer Tochter vor zwölf Jahren; sie war 18 Jahre.Viele Chemos hatten sie sehr geschwächt, eine Lähmung aufgrund falscher Chemo dann völlig den Boden weggezogen. Ich könnte Bücher über den Verlauf, die Erfahrungen ….. schreiben! Als Eltern standen wir auch häufig hilflos dabei, konnten eigentlich nicht viel tun außer dasein. Dankbar bin ich ,dass ich bei ihrem Übergang dabeisein durfte. Dankbar über meine Trauer“Arbeit“,die Auseinandersetzung mit dem was unsere Aufgabe/n im Leben, was unser Leben ist, mit meinem Glauben. Meine Trauer verändert sich auch heute noch.
    Nebeneinander steht seitdem die Sehnsucht nach unserer Tochter und der Glaube daran, dass Annika „ihren“ Weg gegangen ist, der richtig für sie war.
    Annika 2006: „Manchmal ist es gut, am Fuß des Berges nicht zu wissen, wie hoch er wirklich ist; denn mit dem Wissen über die gesamte Strecke lässt es sich meist schlechter wandern, als wenn man nur bis zum nächsten Grashalm schaut“

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Renate,

      vielen Dank für Deine Geschichte. Deine Tochter muss eine sehr weise Person gewesen sein. Ich finde es wunderschön, wie wertschätzend Du über Deine Trauererfahrungen schreibst und über Deine Auseinandersetzung mit unserer Aufgabe im Leben und auch der Frage, an was wir glauben. Das sind die großen Fragen im Angesicht des Todes, und es bedarf einer ganzen Menge Mut und Wahrhaftigkeit, sich diesen Fragen und auch diesem Schmerz zu stellen. Im Englischen gibt es einen Ausdruck, den ich gerne zu Dir sagen würde und nicht übersetzen kann: my heart goes out to you!

      Einen ganz lieben Gruß von Herzen
      Stefanie

  11. Katy sagt:

    Liebe Stefanie,
    danke für deine berührenden Worte.
    Früher war der Tod für mich auch ein Mysterirum, über das man besten nicht spricht und es verdrängt.
    Aber dann habe ich meinen geliebten Vater in den Tod begleitet und bin selbst mit 41 an Krebs erkrankt. Viele wunderbare Frauen, die sich durch die Krankheit kennengelernt habe, mussten gehen. Ich empfinde deswegen viel Wut gegenüber dieser Krankheit, was ich aber vor allem daraus für mich mitnehme, ist, das Leben jedem Moment zu genießen, es zu schätzen und achtsam mit sich umzugehen. Und gerade diese Achtsamkeit beinhaltet, sich gesund zu ernähren. Im Grunde genommen bin ich deshalb erst auf deine Bücher und diese Seite aufmerksam geworden. Ich genieße es, für mich und meine Familie zu kochen, Neues auszuprobieren und frisches Gemüse zu kaufen.
    Gerade Blumenkohl liebe ich sehr. Dieses Rezept wird auf alle Fälle ausprobiert. Hab vielen Dank dafür.

  12. Nat sagt:

    Mein herzliches Beileid an Euch beide.

    I must say this is my favourite recipe so far. Absolutely delicious! I ate it on a bed of butter lettuce (whatever that is in German, I don’t remember).

    Thank you thank you thank you!

    xoxo

  13. Julia sagt:

    Hallo liebe Stefanie,

    danke für diesen wunderschönen Beitrag zum Thema Tod. Besonders bereichernd finde ich den Gedanken, dass unsere Seelen in einem Baum oder Wind mitschwingen und ein Stück weit bei uns sind. Wie wunderschön ist diese Vorstellung.
    Der Tod macht mir keine Angst, ich war ihm ab und zu schon recht nahe.
    Für mich bedeutet er die Vollendung meines Daseins und nicht zuletzt das Paradies. In meiner Familie ist es eine Tugend nach dem Ableben unserer Mitmenschen, die wir beim Sterben begleiten, das Fenster aufzumachen. Wir lassen dann die Seele symbolisch hinausfliegen.
    Währenddessen verweilen wir eine Zeit im Raum.

    Auf das Rezept freue ich mich auch total!
    Schön, dass es dich gibt!
    Liebe Grüße
    Julia

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Julia,

      so schön, was Du schreibst übers Fenster öffnen und warten, bis die Seele hinausfliegt. Danke Dir für Deinen Kommentar!

      Alles Liebe von
      Stefanie

  14. Sarah sagt:

    Guten Abend liebe Stefanie,
    ich finde es großartig, dass du ein solches „Tabuthema“ so offen kommunizierst! Und da schließt sich direkt meine persönliche Verwunderung an – warum ist dieses Thema so angstbesetzt? Ich fürchte mich doch auch nicht bei der Frage, wo ich denn all die Zeit vor meinem Leben in meinem aktuellen Körper war. Warum sollte es mir Bauchschmerzen bereiten, dass auch irgendwann mein Bewusstsein diese aktuelle Physis verlassen und einen neuen Ort finden wird…?? Ich bin fest davon überzeugt, dass das Bewusstsein ( und das sind wir alle, alles was ich / wir erfahren ) unendlich ist. Wie schön und spannend!!!
    Liebe Grüße, Sarah

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Sarah,

      das ist ein ganz großartiger und gleichzeitig so schön einfacher Gedanke, dass wir ja auch vor diesem Leben quasi „tot“ waren und uns diese Vorstellung nicht in Angst und Schrecken versetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Gedankengang so einige Menschen beruhigen könnte. Danke dafür!

      Liebe Grüße
      Stefanie

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