Buddha Bowl
Das Zen des Genießens

Es gibt einen Ort auf der Welt, den ich sehr liebe, ohne jemals dort gewesen zu sein. Es ist das buddhistische Tassajara Zen Mountain Center in Kalifornien. Obwohl ich eine Weile in Kalifornien gelebt habe und sogar Orte in der Nähe besuchte, habe ich nie einen Fuß in das Zentrum gesetzt. Und dennoch schlägt mein Herz immer höher, wenn ich seinen Namen höre (was nicht oft vorkommt) oder im Kochbuch der Zen-Mönche blättere. Das Zentrum liegt in der Ventana Wildnis, ca. 1 Stunde abseits der Zivilisation. Es wird von buddhistischen Mönchen bewirtschaftet und nimmt in den Sommermonaten auch Gäste auf. Ich mag das Zentrum vor allem wegen seiner Haltung gegenüber dem Essen. Die Zubereitung der Nahrung ist dort fester Bestandteil der Zen-Praxis. Die Idee dahinter ist, ein einfaches Essen mit der größten Aufmerksamkeit und Hingabe zuzubereiten und es so zu etwas besonderem zu machen. So wird Kochen zur Meditation und das entstehende Gericht zu einem Ausdruck von Liebe. Ich glaube fest daran, dass wir nicht nur unsere Nahrung zu uns nehmen, sondern auch die Energie der Person, die unsere Nahrung zubereitet hat. Diese Idee gehörte übrigens in so ziemlich allen hochentwickelten Kulturen vor uns zum Allgemeinwissen. Ein Freund erzählte mir mal von einem buddhistischen Mönch, der beim Betreten eines Restaurants immer versuchte, einen Blick in die Küche zu erhaschen, um festzustellen, wie die Stimmung dort war und daraufhin zu entscheiden, ob er dort essen wollte oder nicht.

 

Im Zen-Buddhismus versucht man, mit dem frischen Geist eines Anfängers in die Küche zu gehen, um sich mit Konzentration, Geduld und Großzügigkeit ans Werk zu machen. Der Koch stellt sich der paradoxen Aufgabe, ein gutes Ergebnis zu erzielen ohne sich über das Ergebnis Gedanken zu machen. Vielmehr ist er ganz im Moment; er schneidet Karotten, wenn er Karotten schneidet; er wäscht den Salat, wenn er den Salat wäscht; er rührt die Suppe um, wenn er die Suppe umrührt. Nicht mehr und nicht weniger. Der Zen-Mönch Shunryu Suzuki Roshi sagte einmal: „Wenn du kochst, dann arbeitest Du nicht nur mit dem Essen, sondern auch an Dir selbst und an anderen.“ Schön, oder?

 

Schon seit einiger Zeit sind Buddha-Bowls in Magazinen, den sozialen Medien und auf Menükarten von Restaurants zu sehen. Es handelt sich dabei um tiefe Schalen, die mit einer Auswahl an Gemüse kombiniert mit Reis, Nudeln, Quinoa, Tofu oder Linsen gefüllt sind und mit einer Sauce serviert werden. Ihren Namen verdanken sie der kugelrunden Form der Schüsseln, die an den prall gefüllten Buddha-Bauch erinnern sollen. Andererseits stammen sie aus der Tradition des Zen-Buddhismus und seiner meditativen Form des Essens, genannt Ōryōki. Zum Ōryōki gehört ein Set aus unterschiedlich großen Schüsseln, von denen die größte „Buddha Bowl“ genannt wird. In die Schüsseln kommen insbesondere vitamin- und eiweißreiche Nahrungsmittel. Sie sind roh oder wurden schonend zubereitet, um ihren Nährstoffgehalt sowie ihre Aromen so wenig wie möglich zu beeinflussen. Präzise Abläufe, bewusstes und maßvolles Essen sowie Dankbarkeit sind die Kerngedanken des Ōryōki. Natürlich müssen wir keine praktizierenden Zen-Buddhisten sein, um eine Buddha-Bowl zu essen. Aber ich finde schon allein den Gedanken an eine liebevolle Zubereitung ihrer Zutaten und ein bewusstes Genießen der Bowl besser als jede Meditation. Du auch? Probier es aus und hinterlasse unten einen Kommentar!

 

Ich bereite meine Buddha-Bowl gerne mit Sobanudeln aus Buchweizen zu. Dazu passt leicht gedünsteter grüner Spargel, Avocado, Radieschen, Erdbeeren und eine schnell angerührte Erdnuss-Sauce. Guten Appetit!

  

   

 

Buddha-Bowl 

 

Für 2 Personen:

 

Für die Sauce:

  • 80 g Erdnussbutter
  • 150 ml heißes Wasser
  • 3 EL Limettensaft
  • 1–2 TL fein geriebener Ingwer
  • 3/4 T Salz

 

Für die Bowl:

  • 400 g grüner Spargel, die trockenen Enden abgeschnitten, geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten
  • 170 g Sobanudeln (aus Buchweizen)
  • 1/2 Avocado, geschält, entkernt und in Scheiben geschnitten
  • 80 g Erdbeeren, in Scheiben geschnitten (anstatt Erdbeeren kannst Du auch gewürfelte Mango verwenden)
  • 100 g Radieschen, in feine Scheiben geschnitten
  • 2 EL gehackter Schnittlauch

 

Erdnussbutter und Wasser in einer Schüssel glatt vermischen. Es braucht etwas Geduld, bis eine cremige Sauce entsteht, also immer weiter rühren, bis eine sahneartige Konsistenz erreicht ist. Dann alle anderen Saucenzutaten unterrühren. Alternativ alles im Standmixer cremig pürieren. Die Sauce beiseitestellen.

 

Den grünen Spargel ca. 5 Minuten in gesalzenem Wasser al dente kochen.

 

Sobanudeln nach Packungsanweisung in einem weiteren Topf in Salzwasser kochen. Abgießen und kurz kalt abspülen, damit die Nudeln nicht aneinander kleben. 

 

Sobanudeln auf zwei Schüsseln aufteilen, mit den übrigen Zutaten für die Bowl anrichten und mit der Sauce servieren. 

 

Wellcuisine Tipp: Die Buddha-Bowl eignet sich auch gut zum Mitnehmen. Dafür einfach alle fertig zubereiteten Zutaten in einer Tupperschüssel anrichten, die Sauce in ein extra Schraubglas abfüllen und erst kurz vor dem Servieren hinzufügen. 

 

Zeitaufwand: 
ca. 20 Minuten

 

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11. Mai 2018

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15 Kommentare zu “Buddha Bowl
  1. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie, wow, was für ein toller Text! Und so wahr!!! Dann kennst du bestimmt auch den wunderbaren Film von Doris Dörrie über Edward Browne „How to cook your life“… Absolut sehenswert. Ich und wir sind ganzen berührt und inspiriert von deinen Zeilen.
    Ähem, ich habe diesmal nichts im Haus (abgesehen von Avocado und Erdnussbutter;)- müssen morgen also erstmal einkaufen gehen. Und dann erst kann ich hinterlassen, wie uns die Buddha Bowl schmeckt. Ich bin aber jetzt schon sicher, dass sie großartig sein wird.
    Herzlichste Grüße aus dem heute kühlen Berlin, deine Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      vielen Dank für Deine liebe Rückmeldung! Ja, den Film kenne ich und mochte ihn sehr. Nun bin ich gespannt, wie Euch die Buddha Bowl schmecken wird.

      Einen ganz lieben Gruß und Euch ein schönes und genussvolles Wochenende!
      Stefanie

      • Barbara sagt:

        Danke dir, genussvoll wird es: hab gerade deine Zitronentarte für einen morgigen Geburtstag in den Kühlschrank geschoben und Kartoffeln für die Mohn-Gnocchi… Und dann werden die Zutaten für die Buddha-Bowl besorgt. Aber auf leeren Magen geht das ja gar nicht;)
        Euch ebenfalls ein schönes un genussvolles Wochenende wünscht Barbara

        • Barbara sagt:

          Zum Niederknien lecker, die Buddha Bowl. Zum GLÜCK Hab ich von allem mehr gekauft, damits die jetzt öfter geben kann. Harte Konkurrenz für den Thai Nudelsalat. Du, ich musste schon stutzen bei der Kombi, dachte nicht, dass diese gegensätzlichen Geschmäcker so perfekt harmonieren. Und mit perfekt meine ich wirklich feinst abgestimmt (Erdbeer-Variante, Mango probiere ich ein anderes Mal). Wir haben ebenfalls die Buchweizen-Süsskartoffel-Sobanudeln verwendet. Für die to-go-Variante werde ich die Nudeln vorher brechen. Eine super Bereicherung, herzlichstes Dankeschön!

          • Stefanie Reeb sagt:

            Liebe Barbara,

            schön, dass es Dir geschmeckt hat! Danke für das Feedback!

            Liebe Grüße
            Stefanie

  2. Sarah sagt:

    ich bin dem Buddhismus ja meistens eher skeptisch begegnet, aber die Philosophie über das Essen haben sie wirklich perfektioniert wie niemand sonst! es gibt bei mir um die Ecke ein vegan und vegetarisches Zen Restaurant und jedes mal wenn ich dort essen gehe habe ich das Gefühl, dass ich gerade das beste Gericht meines Lebens esse, egal was es gerade ist und wie oft ich es schon dort gegessen habe! 😀 ich habe jahrelang Blumenkohl passioniert gehasst, aber ein Schälchen Blumenkohlsuppe aus dieser Küche und ich war konvertiert, seitdem liebe ich Blumenkohl über alles 😀

    Deine Bowl klingt super lecker, die Kombination aus Erdbeeren und Grünem Spargel.. herrlich! <3 <3 <3
    Weißt du ob man irgendwo Soba Nudeln kaufen kann, die ganz aus Buchweizen sind? ich finde immer nur welche mit teils höherem Weizenanteil..

    Ganz Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🙂
    Sarah

  3. Natalie sagt:

    Hallo Stefanie,
    dieser Artikel war wie immer sehr interessant. Ich verfolge Deine wöchentlichen Posts schon über ein Jahr. Deine Gerichte entsprechen genau meinem Geschmack. Auch Buddha-Bowls esse ich gerne, wobei das bei mir meist auf eine Art Resteverwertung hinausläuft. In diesem Zusammenhang würde mich jetzt das Buch interessieren, von dem Du geschrieben hast, das Kochbuch der Zen-Mönche. Ist das Buch käuflich zu erwerben? Könntest Du vielleicht den Titel preisgeben?

    Herzliche Grüße
    Natalie

  4. Susanne sagt:

    Liebe Stefanie, Deine Zeilen haben mir aus dem Herzen gesprochen. Genau, was Du über die Mönche schreibst, machst Du auch. Ich habe schon des öfteren bei Gästen erwähnt, dass man Deine Liebe fühlt, die durch Deine Bücher und Rezepte wogen und dann bei mir Deine Liebe in meinen Gerichten hinein fließt. Man schmeckt Dich, Deine wunderschöne Energie in meinen Kuchen. Smile. Das ist kein Honig um den Bart schmieren, sondern Wirklichkeit. Und wenn Du das passende Buch dazu lesen willst, um zu sehen, wie das funktioniert, lies das Buch: Elektronen, die Bausteine des Universums. zu bestellen: http://www.amtf-buecher.de Herzensgrüße Susanne

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Susanne,

      das ist die schönste Rückmeldung zu meinen Rezepten, die ich mir wünschen kann. Vielen Dank! Das Buch sehe ich mir sehr gerne an. Und meine Theorie ist: wenn Du die Liebe empfängst, dann ist Dein Anteil daran ebenso groß. Das gilt meiner Meinung nach für alle Komplimente: sie sagen immer mindestens genauso viel über den aus, der sie macht als über den, der sie empfängt. Vielleicht steht das ja auch in dem Buch ;–)

      In diesem Sinne: alles Liebe!
      Deine Stefanie

      • Susanne sagt:

        Liebe Stefanie, gerade lese ich Deine lieben Zeilen und mir läuft ein warmer Schauer über meinen Körper. Danke, danke, danke, das hat mich sehr berührt. Love Susanne

  5. Claudia sagt:

    Liebe Steffi, Susanne hat es genau passend beschrieben. Ich durfte vergangenes Jahr beim Koch/Yoga Retreat auf Mallorca bei dir sein. Genau diese wunderbare Energie, in deinem Essen, dem wundervollen kundalini yoga und den erfüllenden liebevollen Gesprächen wirkt bei mir immer noch nach. Ich danke dir von Herzen für diese tolle Zeit…. Mit deinem Newsletter schickst du mir jede Woche eine kleine Mallorca Auszeit. Bis zum Herbst,ich freue mich schon darauf. Claudia 😘

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Claudia,

      Vielen Dank für Deine lieben Worte!

      Ich freue mich auch schon so sehr, dass wir uns im Herbst wieder sehen und diese ganz spezielle Zeit miteinander verbringen dürfen, in der der Alltag mal ganz außen vor ist und das ganze Leben nur ums Wohlfühlen, Freude, Essen, Schwimmen, Meditieren und Zusammen sein kreist. Das ist auch für mich ein echtes Geschenk.

      Einen ganz lieben Gruß!
      Stefanie

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