KÜRBIS-SALBEI-PASTA
Und was unser Körper im Herbst braucht

Wenn die Blätter fallen und trocken auf den Straßen rascheln, wenn ein kühler Wind die letzte Spätsommerwärme wegpustet und die Natur rot und gelb und braun leuchtet, verändert sich nicht nur unsere Umgebung, sondern auch unser Körper. So wie die Blätter an den Bäumen wird auch er trockener (vor allem Schleimhäute und Lippen) und kälter (Füße und Hände). In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Herbst die Saison der Lungen und des Dickdarms. Beide Organe nähren den Körper (einmal durch Sauerstoff, einmal durch Essen), sind aber auch fürs Loslassen verantwortlich (Kohlendioxid und Nahrungsreste). Deshalb sind Oktober und November ideale Monate, um auch auf anderen Ebenen loszulassen, das Leben aufzuräumen, Projekte zu einem guten Ende zu bringen und Klarheit zu schaffen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Verdauung zu entlasten (eine gute Verdauung bedeutet Nähren und Loslassen par excellence) und den Körper zu wärmen. Natürlich ist es kein Zufall, dass in der Natur jetzt Obst und Gemüse reift, das genau diese Funktionen erfüllt. Und was ist wärmender und nährender als ein warmes Kürbisgericht an einem kühlen Herbstabend? 

 

Kürbis wird schon seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Heilmittel angesehen. In der chinesischen Medizin wird er zur Stärkung der Blase und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. In alten Indianerkulturen wurde er als entzündungshemmendes Mittel von innen und außen angewendet und auch in der Klostermedizin der Benediktiner war er fester Bestandteil der Heilmittel und Verschreibungen. Heute weiß man, dass Kürbis große Mengen an Alpha- und Beta-Carotin enthält, die im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden und tatsächlich stark entzündungshemmend wirken, den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen und die Immunfunktionen verbessern. 

 

Der Hokkaido ist eine Kürbiszüchtung aus Japan und ist einer der einzigen Kürbisse, die mitsamt Schale gekocht und verzehrt werden können. Im Vergleich zu anderen Kürbissorten enthält er sieben mal so viel zellschützendes Beta-Carotin. Und das geht glücklicherweise noch nicht mal während des langen Lagerns oder Kochens verloren. Studien weisen sogar darauf hin, dass das Beta-Carotin durch das Erhitzen noch besser vom Körper verwertet werden kann. 

 

Am liebsten backe ich Hokkaidokürbis im Ofen mit etwas Olivenöl. So kommt sein volles Aroma zur Geltung. Gemischt mit Nudeln, Salbei und Mandelkrümeln ergibt er eine wunderbar wärmende Herbstmahlzeit. Bon appétit!

 

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Kürbis-Salbei-Pasta für 4 Personen:

 

  • 1 kg Hokkaidokürbis, entkernt und in mundgerechte Würfel geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 500 g Spirelli-Nudeln (ich habe glutenfreie Mais-Spirelli verwendet)
  • 100 ml Olivenöl (alternativ: 80 g Ghee)
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
  • 1 Handvoll Salbeiblätter
  • Salz und Pfeffer

 

Für die Mandelkrümel: 

  • 4 EL Olivenöl
  • 6 EL gemahlene Mandeln
  • 2 EL Nährhefe (optional)
  • 1/5 TL Salz

 

 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

 

Den Kürbis in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer vermischen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und ca. 30 Minuten backen.

 

Die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgießen und im Topf warm halten.

 

In der Zwischenzeit Olivenöl in einem Topf sanft erhitzen. Den Knoblauch und die Salbeiblätter hinzufügen und ca. 3 Minuten leise köcheln lassen. Dabei aufpassen, dass die Blätter nicht zu dunkel werden. Salzen und pfeffern.

 

Für die Mandelkrümel Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen und gemahlene Mandeln und Nährhefe kurz darin anbraten und mit Salz abschmecken.

 

Das Salbei-Öl und den Kürbis zu den Nudeln in den Topf geben und gut vermischen. Gegebenenfalls noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf Tellern verteilen und mit Mandelkrümeln bestreut servieren.

 


Zeitaufwand:
ca. 45 Minuten

8. Oktober 2016

24 Kommentare zu “KÜRBIS-SALBEI-PASTA

  1. Nadja sagt:

    Liebe Stefanie,
    heute morgen habe ich einen schönen Kürbis auf dem Markt gekauft – ich backe ihn auch am liebsten im Ofen und werde heute Abend deine Variante und die Mandelkrümel ausprobieren.
    Kann es kaum erwarten 🙂
    Alles Liebe,
    Nadja

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Nadja,

      wie schön, das passt ja! Dann viel Spaß mit dem Rezept und guten Appetit!

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

      • Nadja sagt:

        Stefanie, was soll ich sagen – es war so lecker! Ich habe den Kürbis ohne Salbei und Knoblauch gemacht (stattdessen kleine Tomaten mitgebacken). Und dann die Mandelkrümel oben drauf – das ist eine Geschmackskombination und -ergänzung, himmlisch!
        Vielen Dank und alles Liebe

        • Stefanie Reeb sagt:

          Liebe Nadja,

          das freut mich unheimlich, dass es Dir so gut geschmeckt hat. Und die Idee, kleine Tomaten mitzubacken finde ich toll. Muss ich auch mal probieren.

          Liebe Grüße und hab einen schönen Abend!
          Stefanie

  2. Ruth Riedmüller sagt:

    Liebe Stefanie, ich finde deine Rezepte toll. Ich habe Zöliakie. Habe auch alle deine Bücher und bin begeistert. Es ist Zuhause einfach auswärts immer noch schwierig.Meine beiden Töchter haben auch deine Bücher.Finden sie super und probieren ganz viel aus. Danke mach weiter so. Liebe Grüße Ruth.

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Ruth,

      vielen Dank für Deine nette Nachricht! Wie schön, dass Dir meine Rezepte und Bücher gefallen. Mein Mann kann auch kein Gluten vertragen, deshalb weiß ich, wie schwierig das ist, außerhalb des Zuhauses gut und gesund zu essen. Aber immerhin fällt es mittlerweile leichter, in der eigenen Küche ein leckeres glutenfreies Essen zuzubereiten. „Da draußen“ wird es hoffentlich auch immer einfacher.

      Viele Grüße an Dich und an Deine Töchter und habt ein schönes Wochenende!
      Stefanie

  3. Michaela sagt:

    Liebe Stefanie,
    ich liebe Deine Texte und Gerichte:-)
    So werden alle Ebenen genährt.
    Da auch ich zu den Kürbis Liebhaberinnen gehöre, bin ich gespannt auf Deine Variante mit Mandeln.
    Schönen Herbstsonntag wünscht Michaela

  4. Renate Janßen sagt:

    Liebe Stefanie,
    soeben habe ich den orientalischen Blumenkohlsalat zubereitet. Während der Zubereitung verbreitete sich bereits der Duft der feinen Zutaten und Gewürze in
    unserer Küche, sodass uns schon sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammenlief. Ein super leckeres Essen.
    Herzliche Grüße
    Renate

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Renate,

      wie schön, das klingt gut! Davon hätte ich jetzt gerade auch gerne einen Teller ;–)

      Guten Appetit und habt einen wunderbaren Sonntagnachmittag!
      Stefanie

  5. Liebe Stefanie, gestern habe ich für Verena und Tonia mit ihren Babys (die das heute in Muttermilchform genießen werden) und für Mau das leckere Kürbisrezept umgesetzt. Allen hat es super gut geschmeckt und wir waren beim Essen in Gedanken bei Dir. Das war sehr schön!!
    Und Deinen Blog finde ich toll. Habe mit großem Vergnügen darin gestöbert.
    Viele liebe Grüße und vielleicht bis bald mal in echt?
    Sabine

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Sabine,

      das ist ja toll, von Dir zu hören! Und wie schön, dass wir gestern zusammen gegessen haben ;–) Ich hoffe, Euch geht es allen gut! Würde mich sehr freuen, wenn wir uns mal wieder sehen. Falls Ihr mal auf Mallorca seid, meldet Euch!

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

  6. Daniela sagt:

    Liebe Stefanie,
    gestern habe ich das Rezept nachgekocht. Der Kürbis war so weich, dass sich das Fruchtfleisch um die Nudeln legen konnte. Zusammen mit dem Salbei und dem Hauch Knoblauch war es total lecker – auch ohne Mandeln.
    Wird es eigentlich auch noch ein Kochbuch mit den tollen Rezepten geben?
    Übrigens, die Ananaskugeln und die Milchkaffee-Makronen aus dem Weihnachtsbackbuch sind der Hit – genau wie der Quinoa-Krokant. Marzipanbrote und Mini-Stollen mache ich dann erst im November 🙂
    Du siehst, ich verbringe gerne Zeit mit deinen Rezepten. Für mich ist es Wellness vom „Sammeln“ der Zutaten über die Zubereitung und dann das Genießen des Essens 🙂
    Herzliche Grüße
    Danny

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Daniela,

      wie schön, dass Dir die Pasta auch so gut schmeckt wie mir! Und über Deine Rückmeldung zu den Rezepten aus dem Weihnachtsbuch freue ich mich natürlich sehr! Gerade vor drei Tagen habe ich das Manuskript zu meinem nächsten Kochbuch abgegeben. Darin wird es viele neue Kochrezepte geben. Das Buch erscheint nächsten März.

      Einen ganz lieben Gruß und hab einen guten Start in die Woche!
      Stefanie

      • Daniela sagt:

        Oh wie schön, dass das Kochbuch schon so weit fortgeschritten ist und schon fast in greifbarer Nähe ist. Deine Rezepte gefallen mir total gut und ich backe nur noch danach und beim Kochen mache ich überwiegend deine Rezepte. Es freut mich, dass es Menschen wie dich gibt, die für meinen Geschmack die Nahrung so toll zusammen bringen.
        Auch die Fotos von deinem Mann gefallen mir sehr gut. Ich verweile gerne dabei.
        Ganz besonders gut gefällt mir das Foto mit Mini-Googlehupf mit Schokolade + Rosmarin – da könnte ich eintauchen. (Ich weiß, dass sich das Backwerk anders schreibt. So gefällt es mir aber noch besser ;-))
        Ich wünsche euch eine gute Zeit!
        Herzliche Grüße
        Daniela

        • Stefanie Reeb sagt:

          Liebe Daniela, vielen Dank! Da freue ich mich aber, dass Dir meine Rezepte so gut gefallen – da haben wir wohl einen ganz ähnlichen Geschmack ;–). Ich sende Dir viele liebe Grüße!
          Stefanie

          • Daniela sagt:

            Liebe Stefanie,
            heute habe ich die Mini-Stollen gemacht. Aus der Beschreibung geht leider nicht hervor, wann die Rosinen und Mandeln in den Teig kommen.
            Die Stollen sind fertig und die ersten Kostproben sind klasse.
            Nun warten Sie in einem großen (gesammelten) Schraubglas auf den Verzehr. Ich hoffe, sie erleben den Dezember…
            Ganz liebe Grüße und besten Dank für das schöne Rezept
            Daniela

          • Stefanie Reeb sagt:

            Liebe Daniela,

            ja, das stimmt! Der Fehler ist uns diese Woche auch aufgefallen. Die Mandeln und Rosinen kommen zusammen mit der Hefe zum Mehl und werden mit verknetet. Bei der nächsten Auflage werden wir das korrigieren.

            Dann lass Dir die Mini-Stollen gut schmecken! Und wenn Du so bist wie ich, dann überleben sie wohl nicht bis in den Dezember ;–)

            Einen ganz lieben Gruß!
            Stefanie

  7. Anja Melzer sagt:

    Hallo Stefanie, ich habe heute mit meiner Tochter dein Rezept gekocht und wir haben es total genossen, es war total lecker. Wir haben alle Deine Koch- und Backbücher und schon viel ausprobiert. Es macht Spaß deine Rezepte zu kochen, neue Zutaten kennenzulernen und alles mit einem guten Gefühl genießen zu können. Mach weiter so?
    Viele Grüße aus Potsdam Anja

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Anja,

      vielen Dank für Deine liebe Rückmeldung! Freut mich sehr zu lesen, dass Ihr Freude an meinen Rezepten habt. Das ist schön.

      Einen lieben Gruß in meine alte Heimat Potsdam!
      Stefanie

  8. sabine sagt:

    ja, wieder ein geniales rezept. wir haben es vor ca. zwei wochen nach der gartenarbeit genossen und es waren alle begeister. die nährhefe hab ich weggelassen, dafür einen hauch zitronenschale zu den mandeln gegeben…

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Sabine,

      schön, dass es Euch geschmeckt hat! Ich bin ja auch ein großer Fan von Zitronenschale, das war bestimmt lecker!

      Liebe Grüße!
      Stefanie

  9. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    ich bin so blöd: ich sollte viel häufiger in deinen älteren Rezepten stöbern… Dieses Herbst-Rezept ist der Knaller, das wird es jetzt häufiger geben. Statt Knoblauch, (den ich nicht gut vertrage) habe ich dem Salbei-Olivenöl eine getrocknete Chilli und etwas Zimt zugefügt.
    Ganz herzliche Grüße
    Barbara

    PS: den Brokkoli mit Tahini-Soße gibts auch ganz bald

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      schön, dass Du dieses Rezept entdeckt hast! Gerade gestern habe ich überlegt, dass ich öfters mal auf Facebook (oder auch auf dem Blog?) ältere Rezepte, die ich besonders mag, wieder vorstellen und verlinken sollte. Denn selbst mir geht es oft so, dass ich zufällig über ein altes Rezept auf dem Blog stolpere und bemerke, dass ich es völlig vergessen hatte. Kürzlich geschehen mit diesen Rosmarin-Feigen-Crackern, die ich für unser Retreat gebacken habe, und die in den letzten zwei Wochen nun schon viermal meinen Ofen verlassen haben.

      Gute Idee, statt Knoblauch Chili und Zimt zu benutzen! Hat bestimmt auch gut geschmeckt!

      Sende Dir ganz liebe Grüße
      Deine Stefanie

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