Limoncello
Mit Honig gesüßt

Prinzipiell mochte ich schon immer gerne Limoncello. Und mit prinzipiell meine ich, dass ich die Vorstellung des Getränks meist besser fand als seinen tatsächlichen Geschmack. Denn Limoncello ist in der Regel sehr süß und manchmal schmeckt er sogar etwas künstlich. Als ich vor einiger Zeit mit in Alkohol gelösten Bitterstoffen experimentierte, kam mir der Gedanke, meinen eigenen Limoncello mit den Bitterstoffen der Zitrone anzusetzen. Ich fuhr also auf den Markt und erstand eine Tüte voll unbehandelter Zitronen. Am Stand des Imkers fand ich noch einen hellen, flüssigen Honig. Dann musste ich nur noch rasch am Supermarkt halten, um eine Flasche Wodka zu kaufen – und schon hatte ich die wichtigsten Zutaten für meinen Limoncello zusammen.

 

 

Ich war ein bisschen aufgeregt, als ich die Zitronenschale mit einem Sparschäler abschälte und in ein großes Schraubglas füllte, um sie kurz darauf mit dem Wodka zu bedecken. Die Basis meiner ersten Limoncello-Produktion war gelegt. Leider war die Aufregung unnütz und musste einer geduldigen Gemütslage weichen, denn ein Limoncello wird erst zu einem Limoncello, wenn er wochenlang ziehen und so seinen Geschmack entfalten darf. Nach 4 bis 5 Wochen kann man dann dieses leicht kribbelnde Gefühl der Aufregung wieder aufleben lassen, das einen befällt, wenn man etwas ganz Besonderes herstellt. Dann holt man den Limoncello aus seiner Warteecke, entfernt die Zitronenschalen, süßt ihn mit leicht erwärmtem Honig, und hat einen aromatischen, sonnengelben Likör in der Hand, dem man seine Qualität schon beim ersten kleinen Schluck anmerkt.

 

 

Am liebsten bewahre ich den Limoncello im Tiefkühlfach auf, so dass ich ihn eiskalt und zähflüssig auf den Tisch bringen kann. Wer möchte, setzt seinen Limoncello jetzt mit der neuesten Ernte europäischer Bio-Zitronen an und verschenkt ihn zu Weihnachten. Für alle Zitronenfans ein wirklich schönes und lange haltbares Geschenk.

 

Bist Du auch ein Limoncello-Fan? Und wo hast Du Deinen bisher besten getrunken? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Limoncello

 

Für ca. 1 l Limoncello:

  • 5 unbehandelte Zitronen
  • 700 ml Wodka
  • 1 Messerspitze Kurkuma
  • 130 g Akazienhonig

 

Die Zitronen heiß abwaschen und die Schale mit einem Sparschäler abschälen. Darauf achten, dass nicht zuviel von der weißen Haut der Zitronen mit abgeschält wird, da diese bitter ist.

 

Die Zitronenschalen in ein großes, sauberes Schraubglas mit passendem Deckel geben und den Wodka hinzufügen. Eine Messerspitze Kurkuma dazugeben. Darauf achten, dass sich die Zitronenschalen komplett unterhalb des Wodkaspiegels befinden. Mindestens 4 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen.

 

Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb gießen. Den Honig im Wasserbad leicht erwärmen, bis er ganz flüssig wird. Dann unter den Alkohol mischen.  In eine Flasche mit passendem Deckel füllen. Kühl servieren. 

 

Wegen des Alkohols kann der Limoncello mindestens 1 Jahr oder länger aufbewahrt werden. 

 

Zeitaufwand:

ca. 15 Minuten plus 4 Wochen Wartezeit

 

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11. Oktober 2019

13 Kommentare zu “Limoncello

  1. Elke sagt:

    Gerade habe ich die doppelten Schokoladenkekse gebacken und musste mehrere probieren
    um das Backergebnis zu prüfen 😉 Da wäre jetzt zum Abschluss ein Gläschen Limoncello genau richtig zur Abrundung! Gleich nächste Woche setze ich den an…
    Tolle Geschenkidee !

  2. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie, soeben in Südtirol eine bauchige Flasche Limoncello als Mitbringsel in einer richtigen Dorfbäckerei erstanden, einfach weil er so toll aussieht. Da ich keinen Alkohol trinke, werde ich dieses Rezept mal ausnahmsweise überspringen.
    Ganz herzliche Grüße, deine Barbara

  3. Heike Friederichs sagt:

    Liebe Stefanie,
    ich habe noch die erste gekaufte Flasche da. Der schmeckt nicht schlecht. Aber wir trinken so selten Alkohol, das die Flasche schon ca 10 Jahre ist. Ich werde Deinen auf jeden Fall machen, liest sich lecker.
    Schönen Sonntag noch und liebe Grüße, Heike

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Heike,

      ja, das Phänomen kenne ich: bei uns stehen solche gekauften stärkeren Alkoholika auch immer Jahre im Schrank und keiner trinkt sie. Die selbstgemachten serviere ich allerdings sehr gerne nach einem Abendessen, wen wir Besuch haben, weil sie einfach was besonderes sind und auch besser schmecken als die gekauften.

      Liebe Grüße!
      Stefanie

  4. Birgit sagt:

    Hallo liebe Stefanie,

    ich finde Deine Rezepte seeehr lecker, vor allem der Gado Gado Salat war der Hammer,
    selbst mein Mann war begeistert 🙂 vielen herzlichen Dank!
    Ich habe jetzt aber eine ganz andere Frage an Dich. Ich habe das Buch süss & gesund Weihnachten und wollte jetzt gerne mal was daraus ausprobieren und zwar die Milchkaffee-Makronen von Seite 32. Als Zutaten gibst Du 2 TL Espressopulver an.
    Meinst du damit löslichen Kaffee zum Anrühren? Weil ich denke, dass normales Kaffeepulver sicher nicht schmeckt, oder?
    Vielen herzlichen Dank und sorry für diese banale Frage 😉

    Liebe Grüße
    Birgit

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Birgit,

      vielen Dank für Deine liebe Rückmeldung zu meinen Rezepten! Darüber freue ich mich!

      Zu Deiner Frage: in dem Rezept meine ich tatsächlich gemahlenen Espresso, keinen lösliches Kaffee. Und für die Kokosraspeln: bitte nicht die von Alnatura verwenden, die sind nämlich größer und trockener als andere und funktionieren nicht gut.

      Liebe Grüße und viel Freude beim Backen!
      Stefanie

  5. Katharina Consbruch sagt:

    Liebe Stefanie,
    ich bin auch ein großer Limoncello-Fan und die gekauften schmecken oft künstlich.
    Ich habe heute gleich mal die doppelte Menge angesetzt, da das ein schönes Geschenk für Freunde und Familie ist.Wir treffen uns immer im großen Familienkreis am ersten Advent und ich freue mich schon meinen ersten selbstgemachten Limoncello vorzustellen und auch in schönen Fläschchen zu verschenken!

    Allerdings sitze ich jetzt auf den abgeschälten Zitonen.
    Was kann ich damit machen?

    Herzliche Grüße Katharina

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Katharina,

      wie schön! Ja, der Limoncello ist ein tolles Geschenk.

      Wenn ich so viele abgeschälte Zitronen habe, presse ich sie immer gern, bewahre einen Teil vom Saft in einem Schraubglas im Kühlschrank für Dressings usw. für ein paar Tage auf und den Rest friere ich in Eiswürfelbeuteln ein.

      Liebe Grüße!
      Stefanie

  6. Ute sagt:

    Liebe Stefanie,

    ein eisgekühlter Limoncello ist wirklich lecker. Womit würdest Du den Honig ersetzen, damit er vegan ist?

    Herzliche Grüße
    Ute

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